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Außergewöhnliche Pluralbildungen

Dienstag, Februar 8th, 2011

Was Sie schon immer wissen wollten

Außergewöhnliche Pluralbildungen

Exotische und recht selten anzutreffende Vertreter lassen sich auch unter den Pluralen beobachten. Sie beanspruchen manchmal ganz unerwartet unsere grauen Zellen: Lautet die Mehrzahl von Atlas nun Atlanten oder Atlasse? Und wie mache ich aus einem Status mehrere? Der Atlas lässt glücklicherweise beide genannten Formen zu. Beim Status sollte man hingegen nicht auf Stati verfallen, sondern (vielleicht mit einem gedanklichen Ausflug zum Lateinunterricht) lieber die Status – mit lang gesprochenem u – verwenden. Nicht verwandt mit dem Status ist der Kaktus, der als exotisches Gewächs auch eine exotische Pluralendung verlangt: Kakteen. Anders wieder der Bambus – er möchte in der Mehrzahl gern mit Bambusse angeredet werden. Die Pluralendung -se lässt sich der Kaktus zur Not auch gefallen (die Kaktusse), allerdings nur mit Naserümpfen, denn sie gilt hier als umgangssprachlich. Wenn das alles nichts Neues für Sie ist, bringt Sie vielleicht der letzte Fall ins Grübeln: Wie lautet der Plural von Inuit? Die Frage ist nicht ganz fair, denn Inuit ist schon eine Pluralform, und zwar von Inuk, was in der Sprache der Inuit »Mensch« bedeutet.

Richtig abenteuerlich werden Pluralformen übrigens in den Fachsprachen. Dort ist – anders als in der Standardsprache – vieles möglich: Es gibt Wässer, Verbräuche, Blute, Fleische, auch Milche oder Milchen sind keine Seltenheit.

 

Quelle: Duden.de